Forschungspreis

In zweijährigem Turnus zeichnet unser Institut exzellente Forschungsarbeiten aus dem Gebiet der Kapitalmarktforschung aus.

Die Preisträger

Forschungspreis 2016

IQ-KAP zeichnet Forschungsarbeit zu Informationsverarbeitungsprozessen am Markt aus!

IQ-Kap, das private Institut für quantitative Kapitalmarktforschung der DekaBank, hat im Rahmen der Wissenschaftsförderung erstmals einen Forschungspreis verliehen.

1. Preis

Mit dem ersten Preis wurde die wissenschaftliche Arbeit „Something in the Air: Information Density, News Surprises, and Price Jumps“ von Roland Füss (Universität St. Gallen), Markus Grabellus (EBS), Ferdinand Mager (EBS) sowie Michael Stein (Universität Duisburg-Essen) ausgezeichnet. Die Wissenschaftler hatten eine Methode entwickelt, mit der Informationsverarbeitungsprozesse am Markt besser verstanden und Preissprünge am Markt besser erklärt beziehungsweise prognostiziert werden können.

Kernelement der Analyse ist ein Informationsdichteindikator, der die Menge an Nachrichten misst. Die Untersuchung belegt, dass ein erhöhter Informationsdichteindikator vor Bekanntgabe makroökonomischer Kennzahlen, wie zum Beispiel der Arbeitslosenquote, zu einer höheren Marktunsicherheit führt und die Wahrscheinlichkeit für Preissprünge bei Veröffentlichung der tatsächlichen Kennzahlen steigt. Die Autoren gehen davon aus, dass dies an informationsineffizienten Kapitalmärkten liegt: Marktteilnehmer könnten die Fülle an Informationen nicht sofort verarbeiten. Eine angestiegene Informationsdichte erhöhe die Marktunsicherheit und führe in der Folge nach Veröffentlichung makroökonomischer Kennzahlen eher zu Preissprüngen.

2. Preis

Den zweiten Platz belegte das Paper „Market Maturity and Mispricing“ von Dr. Heiko Jacobs (Uni Mannheim). Jacobs untersucht die Markteffizienz in Industrie- und Schwellenländern und analysiert, ob Aktienmärkte der Schwellenländer ineffizienter sind und damit tendenziell mehr Potenzial für aktives Management aufweisen. Durch eine Analyse von Fehlbepreisungen in 45 Industrie- und Schwellenländern mit Hilfe des Mispricing Scores von Stambaugh et al. (2015) zeigt er, dass Fehlbepreisungen sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern gleichermaßen vorhanden sind. Dies deutet auf nicht effiziente Kapitalmärkte hin und zeigt Potenzial für aktives Management auf.

3. Preis

Mit dem dritten Preis wurde das Papier „The Rate of Market Efficiency“ von Prof. Rasa Karapandza, PhD (EBS) und Jose M. Marin prämiert. Die Wissenschaftler untersuchen verschiedene, in der Literatur vorgeschlagene, Asset-Pricing Modelle und analysieren wie gut diese zufällig generierte Portfolios preisen können. Sie finden, dass das CAPM zufällige Portfolios besser preist als die 4 anderen untersuchten Mehrfaktor-Modelle, darunter Fama-French (3 und 4 Faktor-Modelle), Carhart-4-Faktor-Modell. Des Weiteren untersucht der Autor die Markteffizienz basierend auf dem besten Modell. Es zeigt sich, dass die Markteffizienz in den letzten vier Jahrzehnten deutlich zugenommen hat.

Von links nach rechts: Dr. Ulrich Neugebauer, Roland Füss, Markus Grabellus, Ferdinand Mager, Michael Stein, Stefan Keitel

Kriterien

IQ-Kap vergibt den Forschungspreis an Wissenschaftler, die sich schwerpunktmäßig mit der Nutzung von Big Data, Alternative Investments und Prognoseverfahren für Kapitalmärkte beschäftigen. Bei der Auswertung berücksichtigt der wissenschaftliche Beirat des Instituts insbesondere die Relevanz der Problemstellung und eine ausgewogene Verknüpfung von hochwertiger theoretisch-konzeptioneller Grundlagenarbeit und Praxisbezug.